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09.03.2020, 09:43 Uhr
Verdrängt Onlineshoppen die Innenstadt? Zur Entwicklung der City
Altstadt. „Wir alle merken die Veränderungen. Prägten bis vor wenigen Jahren Großkaufhäuser, inhabergeführte Fachgeschäfte oder das Bahnhofscenter die Innenstadt, so stellen wir heute anhand von Umzügen, Leerständen oder anderen Nutzungen fest, dass die Zeit der Textilhandels als Kerngeschäft auf der Bahnhofstraße und deren Nebenstraßen in Gefahr gerät. Mittlerweile sind es nicht nur Fachgeschäfte, sondern auch größere Konzerne die in Schieflage geraten sind.
 Dies sind keine guten Aussichten für die Innenstadt. Denn immer mehr Kunden müssen und kommen auch nicht mehr in die City. Sie kaufen bequem am Sonntagnachmittag von der Couch aus ein. Ladenschluss gibt es nicht und auch keine Einschränkungen bei den Produkten“, analysiert der Stadtverordnete und Vorsitzende der CDU-Altstadt, Frank-Norbert Oehlert. „Der für die Unternehmen interessante Teil der Bahnhofstraße verkürzt sich immer mehr. Zuerst konnte man diese Entwicklung vom Bahnhofsvorplatz kommende beobachten, so zeigten sich die ersten Tendenzen nun auch vom Neumarkt aus. Sowohl das ehemalige Cafe Meißner als auch das Königs-City sind leerstehend.“

Diese Entwicklung finde bundesweit statt. Aber aufgrund der wirtschaftlichen Rahmendaten im Ruhrgebiet und speziell in der Emscher-Lippe-Zone, nehme Gelsenkirchen eine Vorreiterrolle ein, die in anderen Region durch den stärker wirkenden Wirtschaftsaufschwung noch verdeckt werde: Die heraufziehende Krise des klassischen Bekleidungshandels. Für die Innenstädte bedeutet das eine weitere Herausforderung. Denn noch sind Textilfilialisten Publikumsmagneten. Aber auch viele Hauseigentümer haben diese Entwicklung noch nicht realisiert. Denn einen Großteil der Mieteinnahme (auch der Höhe nach) werde durch den Bekleidungshandel generiert. Wie kann man dagegen steuern, fragt sich der CDU-Politiker. Eine Antwort sei der Trend zu mehr Gastronomie, wie auch es auf der Bahnhofstraße passiert ist, und zu mehr Events. Diesen Weg ist man auch gegangen. Es fehlt aber die Vernetzung zwischen den innerstädtischen Angeboten: Ärzten und anderen Dienstleistern in der City.

Es ist allerdings dringend notwendig, dass der Einzelhandel insgesamt neue Wege beschreite. Oehlert wörtlich: „Als Beispiel dafür gilt die Otto-Tochter Bonprix, die eine komplette Durchdringung von Ladeneinkauf und E-Commerce durchspielt. Das Smartphone übernimmt die Rolle des Verkäufers, lotst Kunden durch Regale und Kleiderständer, prüft die Verfügbarkeit von Ware und Umkleidekabinen und wickelt am Ende den Zahlungsvorgang ab – im Zweifel ganz ohne Verkäufer aber immer hin noch in der City.“

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